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Unser erstes Jahr - Erfahrungen, Tipps, Geburten und unser Flaschenlamm

"Kinder wie die Zeit vergeht" - genau das dachte ich mir als ich letzte Woche auf den Kalender schaute und mir klar wurde das wir bereits Anfang April haben. Kaum zu glauben das es schon über ein Jahr her ist, dass wir uns die Schwarznasen zugelegt haben. In dieser Zeit hat sich bei uns einiges getan und wir mussten (wie wir mittlerweile wissen) noch einiges dazulernen. Aber Rückblickend sind wir noch immer total verliebt in die Tiere und bereuen die Entscheidung uns die Walliser zugelegt zu haben keine Sekunde.  

Unsere ersten Lämmer

Bei den Lämmern haben wir definitiv am meisten dazugelernt - das lag wohl auch daran, dass es absolutes Neuland für uns war. 

Ok, wir kannten Geburten bereits von Kühen und Kälbern aber bei Schafen hatten wir bis lang noch keinerlei Erfahrungen und so kam es auch, dass wir uns dafür entschieden haben im Herbst einen Kurs  zur  "Geburtsvorbereitung bei Schafen" zu machen  - um zumindest ein theoretisches Grundwissen zu erlernen. Dieses Kurs kam genau für uns zur richtigen Zeit, denn zu dieser Zeit war unser Leitschaf bereits hoch trächtig und es dauerte auch nicht mehr lange, war eines Morgens auch schon das erste Lamm da - "Toni".

 

TONI - UNSER FLASCHENLAMM 

 

Nun war es also da - unser erstes Lamm. Die Freude war natürlich riesengroß als wir es am Dienstagmorgen im Stall entdeckten. Jedoch ist uns nach kurzer Beobachtung aufgefallen, dass das Muttertier es immer wieder wegstoßte und es perdu nicht annehmen wollte, geschweige denn trinken ließ. Daher  mussten wir unseren "Toni" mit der Flasche aufziehen. Was wir aber Rückwirkend sehr positiv sehen. Dadurch haben wir zum Thema "Lamm" extrem viel gelernt was uns evtl. "auf natürlichem Wege" entgangen wäre.

 

 

 UNSERE ERFAHRUNGEN / TIPPS FÜR FLASCHENLÄMMER

 

1.  EINE SEPARATE BOX / ABLAMMBOX 

Das Schaf mit dem Lamm von der restlichen Herde weggeben: das Muttertier muss sich erst an des Lamm gewöhnen. Wir haben einen eigenen Stall/ Box  für die beiden und das Muttertier zusätzlich auch festgemacht (mit einer Leine) so das es genug Freiraum zum gehen hat, aber nicht die ganze Box - damit das Lamm Platz für sich hat, wenn die Mutter doch drauf los geht und es weg stoßen will.

 

2. FÜTTERUNG 

Wir haben das Muttertier gemolken und zusätzlich Pulvermilch (vom Lagerhaus, - da gibt es ein Milchpulver für Lämmer) angerührt. In den ersten 6 Wochen (bis das Lamm selbständig vom Heu frisst und Wasser trinkt) haben wir wie folgt die Fläschchen gegeben; 3 mal täglich (morgens, mittags,abends) je 2 Babyflaschen mit je 250ml Milch. Je älter und größer das Lamm wurde, desto weniger Fläschchen haben wir zugefüttert. Im letzten Monat (4.Monat) haben wir nur mehr 1 Fläschchen am Tag zugefüttert und schließlich ganz damit aufgehört. 

 

3. DER ERSTE KOT 

Der erste Kot vom Lamm ist Pechschwarz.  In den ersten Tagen (2-3 Tag) bekommt  der Kot eine gelblich / orange Farbe und eine sehr süßlich riechende weiche  Konsistenz (evtl. sogar Durchfall). Das ist ganz normal - der Magen muss sich erst an die Muttermilch gewöhnen. Achtet nur darauf das sich durch den leichten Durchfall der After nicht verklebt und wischt ihn gegeben falls mit einem Tuch und warmen Wasser aus.

 

... UND PLÖTZLICH WAREN ES ZWEI !!

 

Ende Februar bekamen wir dann auch unser zweites Lamm - diese jedoch nicht so plötzlich wie das Erste. Denn schon einige Stunden zuvor viel uns auf, dass das Muttertier sehr unruhig war und bereits nach dem perfekten Platz zum entbinden suchte. Einige Stunden später war es dann auch schon da - der zweite Junge. Da es Aussah als ob die Mutter es wieder nicht annehmen würde, gaben wir die Beiden (Lamm & Muttertier) gleich in die Ablammbox und versuchten natürlich immer wieder das Lamm bei den Zitzen anzusetzen. Nach einigen Stunden gaben wir dann aber auf, melkten das Muttertier und gaben dem Lamm ein Fläschchen. "Na toll, schon wieder ein Flaschenlamm", dachten wir uns und waren schon leicht am verzweifeln - was wenn alle Lämmer zu Flaschenlämmern werden?

 

 

Als wir am nächsten Morgen in den Stall kamen, schauten wir nicht schlecht, als ganz alleine am Gang ein Lamm stand. Anfangs dachten wir, dass das Lamm vom Vortag ausgebüxt ist. Jedoch stellten wir schnell fest das dem nicht so war und wir tatsächlich schon wieder ein Lamm bekommen haben. Auch diese und das dazugehörige Muttertier gaben wir wieder in eine separate Ablammbox und warteten erstmal bis Mittag ab ob evtl. dieses nun selbständig von der Mutter trinken würde. Als wir dann zu Mittag wieder nach dem Rechten sahen, waren wir total erleichtert als wir sahen das nicht nur dieses Lamm selbständig tank sondern auch das Lamm vom Vortag. 

Die beiden Muttertiere dürfen sich wohl abgesprochen haben wie das mit dem Trinken funktionierte und wir hatte "Gott sei Dank" doch kein weiteres Flaschenlamm. Nun konnten wir also aufatmen und alles "der Natur überlassen".

 

Kaum eine Woche darauf kam dann auch schon das vierte und letzte Lamm für die nächste Zeit zur Welt und auch das trank leider nicht sofort und wir mussten es die ersten Tage etwas zu den Zitzen der Mutter anhalten. Doch Mittlerweile trinkt auch dieses Lamm schon von selbst und für uns gibt es zur Zeit nichts schöneres als den drei Lämmern beim spielen zuzusehen.


Also Rückblickend haben wir wirklich sehr viel dazugelernt, aber sind dennoch total glücklich und stolz auf unsere Muttertiere und uns für diese wunderschöne Schafrasse entschieden zu haben.