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Bauern liefern

In der Werbung und den sozialen Medien kommt es immer wieder - das Lob an die heimischen Bauern und Bäuerinnen, die auch in diesen nicht ganz einfachen Zeiten alles dafür geben um Lebensmittel mit bester Qualität zu produzieren.  Auch AMA Austria hat die Online-Kampagne "Bauern liefern" gestartet - die wir unterstützen und uns mit unseren Fotos beteiligen. Prinzipiell eine echt tolle Aktion, denn man darf nicht vergessen wie gut unsere heimische Qualität ist und man sollte sie mehr zu schätzen lernen und bewusster regionale Produkte kaufen.

 

 

 

Jedoch sprechen wir hier von Werbung und Werbekampagnen, bei denen natürlich immer nur die "Schokoladenseite" gezeigt wird.

Es scheint so als ob das bäuerliche Leben ganz normal weiter laufen würde, die Lebensmittelproduktion nicht betroffen ist von der "Corona-Krise" und es wird sogar so ausgeleuchtet als ob die Bauern von der Krise profitieren könnten: 

Jetzt können wir endlich den Fleischpreis und Holzpreis fordern, der uns schon lange zustehen würde - schließlich wäre das doch die perfekte Situation, nun wo die Grenzen dicht sind und nichts mehr importiert werden kann.

 

 

Die Realität ist jedoch leider eine ganz andere:

 

Da das Personal der Schlachthöfe großteils aus dem Ausland kommt, fehlen dort wichtige Arbeitskräfte und der Betrieb läuft nur minimal ab. Das heißt für dir Bauern, dass die Tiere nicht wie nach der gewohnten Mastzeit vom Hof gehen, sondern noch länger im Stall sind und die Abholung oft ungewiss ist. Wenn man Pech hat, nimmt das Schlachttier mehr zu als das Wunschgewicht und es wird ein „Strafgeld“ beim Verkauf des Tieres abgezogen. 

 

Die Ackerbauern stehen vor ähnlichen Problemen, es fehlt auch hier erheblich an Erntehelfer für die Gemüseernte in den kommenden Wochen evt. Monaten. Die Dürre und der Frost in den vergangenen Nächten machte es für die Obst und Gemüsebauern auch nicht gerade leichter.

 

Auch die Forstwirte sind betroffen, denn dank des Borkenkäfers haben wir so viel Schadholz wie noch nie und dennoch wird nicht unser eigenes Holz verkauft und verarbeitet, sondern weiterhin das aus dem Ausland, weil wir ein Abkommen haben und dieses weiterhin gilt, wir jedoch im Gegenzug keines ins Ausland liefern können. Auch das Brennholz wird nicht bezahlt, da die Trocknungsanlagen und Sägewerke großteils still stehen oder nur minimal produzieren.

 

Das sind sie wohl - die Schattenseiten der Krise für uns Bauern.

WARUM ICH EUCH DAS ALLES ERZÄHLE ?
- WEIL WIR ES BEEINFLUSSEN BZW. ÄNDERN KÖNNEN !! - 

 

Man sollte Situationen immer von mehreren Blickwinkeln betrachten und so auch das Coronavirus und die Krise.

Egal welche Branche - JEDER von uns steht jetzt vor neuen Herausforderungen und evtl neuen Problemen über die wir uns vor Wochen noch keine Gedanken gemacht hätten. Ja, die Krankheit ist schlimm und man sollte sie ernst nehmen - aber was ist wenn wir die Krise zum Umdenken nützen und evtl unseren Konsum dadurch verändern - hätte dann die Krise sogar etwas Gutes ansich?

 

JEDER EINZELNE  von uns kann etwas bewegen, wir müssen nur damit anfangen; Kauft Regional - ab besten beim Bauern ums Eck - egal ob Lebensmittel oder Holz für euer neues Hochbeet. Und wenn man bei den großen Handelsketten kauft, könnte mann doch einfach mal nicht aufs Geld achten, sondern aufs AMA-Gütesiegel. Es wäre doch so einfach und doch landet bei der Mehrheit der Österreicher immer wieder das Billigfleisch von Ausland im Einkaufswagerl. 

 

Also nützen wir doch JETZT die Zeit, in der wir sowieso nur in der Wohnung sitzen und beschäftigen wir uns doch mal mit unseren Lebensmittel die täglich auf unserem Esstisch landen - wie viel davon sind wirklich aus Österreich?