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Themenwoche - rund um's Schaf

 

Auf den Wunsch unserer Instagram-Follower haben wir auf den unseren Social Media Kanälen die  #themenwoche - „Rund um‘s Schaf“ gestartet und diese Inhalten möchten wir unseren Bloglesern natürlich nicht vorenthalten. Daher haben wir euch die Beiträge hier in diesen Blogpost zusammengefasst 🐑💕
Doch bevor wir loslegen, gibt's es noch ein paar Infos über unseren Betrieb und die dazugehörige Schafhaltung:

Seit März 2019 halten wir 5 Auen und einen Bock, namens „Willi“ - der alles andere als der „der faule Willi“ von Biene Maja ist, denn wir haben mittlerweile schon zum zweiten Mal die Lämmerzeit eröffnet und am Samstag unser 7 Lamm, seit wir uns die #walliserschwarznasenschafe zugelegt haben, bekommen.
Nun sind die Schafe also schon seit fast 2 Jahren auf unseren Betrieb und somit haben wir auch schon einige Erfahrungen, Tipps & Tricks gesammelt die wir diese Woche mit euch teilen möchten. Wenn ihr noch spezielle Fragen habt, dann schreibt diese doch gerne in die Kommentare & wir beantworten sie in den Beitragen in dieser Woche 😉

 

 Die Schafschur

 

Die Schafschur ist einmal im Jahr gesetzlich vorgeschrieben. Bei den #walliserschwarznasenschafen ist es zu empfehlen, zweimal im Jahr zu Scheren (Frühling & Herbst).
Wir haben letztes Jahr das Angebot des Schafzuchtverband OÖ (@schafeooe) in Anspruch genommen und einen professionellen Schafscherer zu uns am Hof kommen lassen.
Dank Corona war das diesen Fülling leider nicht möglich und so kam es auch, dass wir unsere Schafe das erste Mal selbst geschoren haben.
Bei der Schafschur gibt es natürlich zahlreiche Techniken & Methoden – wir haben uns fürs erste Mal für die stehende Technik in einem Stand entschieden – die übrigens sehr häufig in England, Irland & Schottland praktiziert wird.
Mittlerweile haben wir über das „LFI OÖ“ einen Schafscherkurs besucht und könnten die Schafe nun auch im Sitzen scheren (was übrigens die stressfreiste Methode ist). 


Die Betonung liegt auf „könnten“, denn da bei uns die Lämmerzeit schon begonnen hat, heiß es für uns erstmal warten mit der Schafschur. Man sagt, nach dem Ablammen sollte man 14 Tage warten – wir scheren erst nach 4 Wochen. Aber das sollte jeder selbst wissen bzw. gibt es für Tiere die auf die Alm kommen genaue Vorgaben zur Schurr.


Wusstet ihr das die Schafschur das Immunsystem der Schafe anregt und auch die „Aufnahme“ anregen kann? – das haben wir unter anderem beim Schafscherkurs gelernt und wenn ich so nachrechne kommt das ganz gut mit der Deckzeit unserer jetzigen Lämmer hin. 

 Die Wolle

 

Über die Schafschur wissen wir also nun bescheid – aber was ist eigentlich mit der Wolle? 

Wir benützen die Schmutzwolle für den Wald und wickeln damit die jungen Bäume ein. Der Rehbock mag diesen Geruch nicht und lässt die Setzlinge somit in Ruhe 😉

Auch das pressen von sogenannten „Wollets“ (also Pellets aus Wolle), können wir euch sehr empfehlen. Dabei die Wolle zu Pellets gepresst, die man dann als Düngemittel für Garten & Hochbeet einsetzen kann.

Natürlich kann man die Wolle auch zu „Wollsammlungen“ bringen – die unter anderem von Schafzuchtverband OÖ (@schafeooe) organsiert werden.

Wenn ihr wirklich schöne Wolle habt, würden wir euch empfehlen, euch zu informieren ob sie nicht jemand in eure Nähe zum Verarbeiten oder Filzen brauchen kann. Auch wir haben uns von der lieben @et_wolla inspirieren lassen und probieren dieses Jahr das filzen das erste Mal aus & werden euch das Ergebnis dann natürlich zeigen.

 

Die Klauenpflege

 

Die #klauernpflege ist mindestens, wenn nicht sogar wichtiger, als die Wollschur.

Wir würden euch empfehlen die Klauenpflege gleich mit der Schur mit zumacht, dann geht es in „einem Aufwischen“. Es gelten hierbei die gleichen Regeln wie bei der Schur: einmal Jährlich ist es gesetzlich vorgeschrieben – wir machen es bei den #walliserschwarznasen gegebenenfalls auch zwei Mal – das ist aber jedem selbst überfallen. 😉🐑🐏

Man sollte sich bei der Klauenpflege jedoch immer im Hinterkopf behalt: „Vorsicht ist besser als Nachsicht!!“ 😉

Klauenkrankheiten werden leider noch immer unterschätzt und können verheerende Folgen haben!! Bei der „Moderhinke“ kann es durchaus soweit kommen, dass Ihr die ganze Herde entfernen müsst. Daher ist die Früherkennung extrem wichtig und das heißt für uns – die Klauen immer im Auge behalten.

 

Die Geburt 

Bevor es zur Geburt der kleinen Lämmchen kommt, sollte man evtl. noch wissen das Schafe im Durchschnitt 150 Tag tragen (also „schwanger“ sind).
Zudem unterscheidet man zwischen „saisonalen“ & „asaisonalen“ Rassen.


Saisonale Rassen = alle Lämmer kommen im gleichen Zeitraum (meistens rund um Ostern)
Asaisonal= die Lämmer kommen das ganze Jahr über verteilt und können somit auch mehrmals im Jahr kommen.

 

Unsere #walliserschwarznasenschafe haben zB. einen Lämmerdurchschnitt von 1,6 im Jahr.
 
Nun aber zur Geburt ✨
Wir hatten vor einigen Woche die Ehre und durften unserem Leitschaf „Lilly“ bei der Geburt ihres zweiten Lammes zusehen. Dabei sieht man zu Beginn ganz schön wie die Wehen einsetzten. Das Unruhig sein, das Scheren mit den Klauen, das Platzsuchen – als das sind Vorzeichen für die Geburt.
95% der Geburten funktionieren einwandfrei ohne Hilfe. Dennoch sollte man, wenn möglich immer ein Auge auf die Mutterschafe haben – man weiß ja nie ob nicht doch die 5% der schwierigen Geburten zutreffen. Unser Tierarzt sagt zwar immer, dass eine Geburt bis zu 6 Stunden dauern kann – bei uns bekommen die Schafe aber meistens innerhalb von 45 Minuten – 1 Stunde ihre Lämmer (von den ersten Vorzeichen weg gerechnet).
Doch auch hier sollte man sich vormerken – je älter die Schafe, desto komplizierter werden meist die Geburten.
Wir würden euch empfehlen über das LFI einen Kurs für Geburten bei Schafen zu besuchen, damit ihr auch wirklich gründlich darüber Informiert seit 😊
Nach der Geburt ist es extrem wichtig, dass das Mutterschaf das Lamm „putzt“ - also ableckt, damit das Lamm Luft bekommt. Wenn das Schaf das nicht macht, solltet ihr im helfen. Auch wenn das Mutterschaf nach der Geburt liegen bleibt, solltet ihr sofort reagieren und den Tierarzt holen.

Die Lämmer

 

Über die Lämmer gibt es „eigentlich“ nicht sehr viel zu erzählen, wenn sie eine brave Mutter haben die sich um sie kümmert.
Doch das ist leider nicht immer der Fall 🙈🙉
Jeder Schafhalter wird auf kurz oder lang einmal ein Mutterschaf dabei haben, das sich eben nicht so gut - bis kaum - um das Lämmchen kümmert.
Heute möchte ich euch unsere Erfahrungen damit berichten & hoffe das evtl. der eine oder andere Tipp & Trick für euch dabei ist 😉

Mutter stoßt das Lamm weg: Wir geben das Schaf mit dem Lamm immer in eine separate Box damit die zwei genug Platz haben sich kennenzulernen. Wenn die Mutter wirklich böse auf das Lamm ist und grob wird, haben wir das Schaf auch schon mal mit einer Leine fixiert (so das sich das Schaf im Stall frei bewegen kann, aber genug Rückzugsplatz für das Lamm vorhanden ist & nur für die ersten paar Stunden bis sie sich kennen).

Die Mutter lässt es nicht trinken: Hierbei ist es wichtig das Lamm immer wieder an die Zitzen anzuhalten und ja nicht aufzugeben! Wir hatten letztes Jahr auch ein Schaf, wo wir das Lamm mit der Flasche füttern mussten. Dieses Jahr haben wir bei dem Schaf einfach nicht aufgegeben und nach 3 Wochen ging es von selbst 🤩 Tipp: Lenkt das Mutterschaf dabei ab - gebt ihr zB gleichzeitig etwas Kraftfutter - das hat den selben Effekt, wie das Leckerli bei einem Hund 😉

Der Kot: Der erste Kot des Lammes ist Pechschwarz und besteht Großteiles auf „Magenpech“. Nach 2-3 Tagen wird das Lamm einen gelb-orangen klebrigen „Durchfall“ bekommen, bei dem wichtig ist das er entfernt wird. Dieser Durchfall ist ganz normal und kommt von der Umstellung von Fruchtwasser auf Muttermilch. Es gibt auch Mutterschafe die in wegmachen, aber seht einfach einige Tage nach und kontrolliert, dann kann auch nichts verkleben. Schlimmstenfalls kann das verkleben nämlich zu einem Darmverschluss führen.

Soweit mal fürs erste zu den „Problemlämmern“ - wo das einzige Problem, wenn wir uns ehrlich sind doch nur ist, dass sie uns doppelt so schnell ans Herz wachsen 💕💕


Die Flaschenlämmer

 

Wer uns schon länger folgt, weiß das wir letztes Jahr ein Flaschenlamm hatten - unser geliebter „Toni“.
Er war nicht nur unser erstes Flaschenlamm, sondern generell unser erstes Lamm - was uns natürlich gleich doppelt so viel überfordert hat 😅

Die Mutter wollte ihn einfach nicht - sie hat ihn immer wieder weggestoßen und auch nicht trinken lassen. Da half auch die separate Stallbox und das anhalten an die Zitzen nix 🙈🙉

Wir haben dann beschlossen das Mutterschaf zu melken und ihn mit der Flasche zu füttern und haben zusätzlich such noch Milchpulver für Schafe von der Marke „Garant“ (vom Lagerhaus) zu gefüttert.

Das hat eigentlich wirklich toll geklappt - wir haben euch damals auch alles in den Highlights abgespeichert 😉

Unser Tipp: Lasst das Lamm bei den Schafen und kapselt es nicht ab! Wenn das Lamm zu „vermenschlicht“ wird, wird es nahezu unmöglich es wieder in die Herde zu integrieren 😉

Die Fütterung

 

Bei der Fütterung gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen.
Unsere Schafe bekommen ausschließlich Heu, frisches Gras von der Weide und Kraftfutter.
Beim Kraftfutter haben wir das „Schafkorn“ von der Firma „Garant“, dass sie zweimal täglich (morgens & abends vor dem Heu) bekommen 🌿🌱☘️

Ansonsten gibt es nicht sehr viel dazu zu sagen - und natürlich täglich frisches Wasser !!! 💦

Wobei wir bei einem Thema wären, das uns sehr am Herzen liegt‼️

Es gibt nämlich immer wieder Bauern, die sich zB.: #shropshireschafe für den Wald und die Christbaumkulturen zulegen aber sich weder um die richtige Fütterung, noch um frisches Wasser kümmern - und um ehrlich zu sein - das regt uns so sehr auf!!

 

 

Kennt ihr auch solche Fälle?

Schreibt uns das und euer Feedback, Tipps & Tricks ,wie ihr Schafe haltet doch gerne in die Kommentare.

Wir würden uns über einen Austausch freuen :)